
Überzeugendes und gründliches Buch, wenn man sich wirklich tiefgreifend und umfangreich mit dem Thema auseinandersetzen will!!! - Als Titel hätte ich wohl besser Die Zufriedenheit ist abhängig von der Erwatungshaltung gewählt. Mit solchen Betitelungen können meine negativen Rezensionen besser angenommen werden(Siehe z. B. meine Rezension zu Wie wir uns erfinden von Heinz von Förster und Ernst von Glasersfeld).Das Buch ist sicher gut für diejenigen, die eine Hausarbeit oder ein Seminar über die Wirkungen zum Thema Wirkung des Fernsehens auf die Entwicklung des menschlichen Lebens machen wollen/müssen. Es eignet sich auch sicher gut, wenn man sich selbst für dieses Thema interressiert. Ich hatte jedoch ganz andere Erwartungen an das Buch.Ich schaue sehr viel Fernsehen und habe mir gedacht, dieses Buch könnte mir diesen Spass ordentlich versalzen. Da meine Vorrezenten es schon mit populistisch und reisserisch betitelten, ging ich davon aus, dass es spannend, mitreissend und übertrieben in seiner Darstellung sein würde(Einfach, damit ich mich nicht mehr guten Gewissens vor den Fernseher setzen kann).Aber in dieser Hinsicht wurde ich wurde das Lesen des Buch zunehmend ernüchternd. Zuerst wird mal schön ausgeführt, welche Möglichkeiten es gibt, die Wirkungen des Fernsehens durch Studien nach zu weisen und was dabei zu beachten sei. Auch danach wurden die Wirkungen des Fernsehens nie so drastisch, widerspruchslos und übertrieben dargestellt, wie ich mir das erhofft hatte.Viel mehr berührt hatte mich ein Bericht von Carl Auer in dem Buch Carl Auer - Gheist o(de)r Ghost. Dieser berichtete zunächst von seiner Beziehung, die er als Kind zu seinem Hund hatte und meinte, dies wär wohl die erste gewesen, die man als ausserfamiliäre Beziehung bezeichnen könnte. Danach meinte er in dem Gespräch mit Paul Watzlawick: Es ist sehr traurig, dass die erste ausserfamiliäre Beziehung eines Kindes heute der Fernseher und die erste Inspiration eines Kindes der Computer ist.Ich muss zugeben, dass ich mich sonst eher mit weniger wissenschaftlichen und analytischen Büchern beschäftige und mehr mit praktisch orientierter Literatur mache. Wer erstgenanntes Bücherspektrum vorzieht, der wird an Manfred Spitzers Buch sicher seine Freude haben. Da bin ich mir ziehmlich sicher.
Interressanter Versuch - Manfred Spitzer versucht in Vorsicht Bildschirm auf eine möglichst wissenschaftliche Art vor den negativen Folgen der neuen Bildqschirm-Medien zu warnen. Das Buch ist sehr strukturiert und liest sich einigermaßen gut dank der sehr vielfältigen Dokumentationen in den einzelnen Kapiteln. Eine gute Angehensweise...Spitzers Resultate seiner Analysen sind zum Teil sehr schockierend, zum Teil sehr belustigend: Ich würde dem Leser empfehlen Spitzers Warnungen nicht als definitiv anzusehen und sich z.b. auch Wim Veen s Homo Zappiens anzuschaffen, welcher ein sehr gegensätzliche Theorie vertritt.So kann man sich seine eigene Meinung zur Computer- & Fernsehgesellschaft bilden.
Wichtiges Buch, Kritik ist vollkommen verfehlt - Die Problematik des Medienkonsums und der Gewaltdarstellung in Medien ist schon lange bekannt. Prof. Dr. Manfred Spitzer hat eine umfassende Sammlung von Belegstellen zur alten und neuen Forschung zusammengestellt.Zudem macht er einen interessanten Lösungsvorschlag zu einem der grössten Probleme unserer Zeit.Der Fakt, dass Gewaltdarstellung in Medien zu mehr Gewalt und anderen negativen Nebenwirkungen führt, ist nicht sehr angenehm. Es gibt deshalb eine Gruppe von Personen, die dies leugnen. Durch konzertierte negative Rückmeldungen zum Buch von Spitzer versuchen diese deshalb, das hervorragende Buch von Manfred Spitzer zu verunglimpfen. Lassen Sie sich dadurch nicht beirren. Das Buch von Spitzer ist fundiert und gut geschrieben. Es ist eine zuverlässige Quelle zu diesem Thema.
Populistisch, einseitig und selbstgerecht. - Im Rahmen meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit dem Thema Einfluss von Gewalt in den Medien auf das Denken und Verhalten von Kindern und Jugendlichen. In diesem Zusammenhang stieß ich auch auf dieses Buch von Manfred Spitzer und war entgeistert, wie einseitig und populistisch Spitzer seine Meinung darstellt und wie oft er wissenschaftliche Daten falsch interpretiert, bzw. Daten, die seiner Meinung widersprechen als unwichtig oder fragwürdig herunter spielt.Fernsehen und Videospiele haben einen eindeutig nachgewiesenen Einfluss auf das Denken und Verhalten von Kindern und Jugendlichen - das haben diverse andere Autoren in ihren Büchern (siehe z.B. Aronson, Buckley, Gentile (2007) oder Kirsh (2006)) gezeigt. In dieser Hinsicht gebe ich Spitzer recht.Doch die Art und Weise wie Spitzer seine Meinung vertritt ist absolut fragwürdig. Spitzer mag Fernsehen und Videospiele offensichtlich nicht. Daran lässt er keinen Zweifel. Ganz im Gegenteil Spitzer betreibt eine regelrechte Hexenjagd gegen Bildschirmmedien.Dabei zitiert er fast ausschließlich nur die wissenschaftlichen Befunde, die seine Meinung untermauern und lässt Studien oder Daten, die nicht eindeutig sind oder sogar seiner Meinung widersprechen meist unter den Tisch fallen.Mehr noch, wenn mal ein signifikantes Ergebnis gegen Spitzers Meinung spricht, tut er es als unwichtig ab. Wenn ein Ergebnis, das für Spitzers Meinung spricht, nicht signifikant wird, verwirft er das Signifikanzniveau als unwichtig für die Wissenschaft!Spitzer Hetzkampagne gegen Bildschirmmedien gipfelt in der Aussage, dass Ann Wood, die Teletubbies Erfinderin, indirekt für das Leid und den Tod vieler tausend Kinder verantwortlich sei (S. 137) oder im Vergleich von Fernsehen mit Nationalsozialistischer Gleichschaltung (S. 257). Die angeblich klaren neurowissenschaftlichen Befunde kann man bestenfalls als vorläufige Hinweise deuten (es fehlt eine echte Kontrollgruppe und ein Nachweis, dass die gefundenen Korrelationen einen Effekt auf das Denken und Verhalten der Teilnehmer haben!). Inzwischen gibt es aktuelle und eindeutigere Studien dazu.Unterhaltsam zu lesen ist auch das 11seitige Plädoyer gegen die Präsentationssoftware PowerPoint, deren Unzulänglichkeit Spitzer fast ausschließlich anhand von persönlichen Anekdoten beweist. Spätere Haßtriaden in Richtung Microsoft lassen keine Zweifel über Spitzers Motivation aufkommen. Schade ist an diesem Buch nur, dass hinter all dem selbstgerechten Populismus die wissenschaftliche Diskussion zu kurz kommt. Dass elektronische Medien einen Einfluss auf das Denken, Handeln und die Gesundheit der Menschen haben kann wohl kaum noch bezweifelt werden. Wie groß dieser Einfluss ist, welche Moderator-Variablen darauf einwirken und warum nicht jeder Killerspiel-Spieler zum Massenmörder wird, darüber gibt dieses Buch leider keine Auskunft. In diesem Buch macht Prof. Spitzer nur seiner persönlichen, offenbar äußerst konservativen Meinung Luft, erzählt darüber was für ein guter Vater er doch sei und streut hier und dort ein paar dazu passende Forschungsergebnisse ein.Interessenten an diesem Thema würde ich eher die Bücher der oben genannten Autoren empfehlen, diese geben eine sehr viel objektiveres Bild der aktuellen Forschung ab und setzen sich wesentlich kritischer mit dem Thema auseinander als Spitzer.
Fakten! Fakten! Fakten! Und doch keine Fakten! - Wer gerne Untersuchungsergebnisse liest, der kann dieses Buch zur Hand nehmen. Es mag alles stimmen, was Manfred Spitzer an Statistiken beibringt. Doch verbleibt der Autor in seiner medizinischen Denkwelt. Man merkt dem Schreiben einfach an, dass Spitzer bemüht ist, seine Zahlen mühsam zu erläutern. Dem Buch fehlt ein flüssiger Stil. Und warum muss der Untergang beschworen werden, wenn man Fakten darstellen will? Das ganze Unternehmen ist zu sehr konstruiert und liefert letztendlich doch keine brauchbaren Fakten, weil die Analyse fehlt. Ein wenig müsste bei einem solchen Buch über den Tellerrand geguckt werden und ein größerer Wurf gewagt werden, d. h. McLuhan, Neil Postman, Norbert Bolz u. a. sollten schon angeführt werden, ebenso ein kurzer Blick auf die Verwertung der neuen Medien in der Kunst, weil vielleicht gerade dort Fakten aufgezeigt werden, die uns das Phänomen näher bringen. Es ist wie in der Medizin häufig, da wird eine Pathogenese betrieben und man weiß alles über Krankheiten, doch warum jemand gesund ist und bleibt, dass scheint nicht zu interessieren. Gerade dies wäre jedoch im Zusammenhang mit den neuen Medien von Interesse. Welche Interaktionen gibt es zwischen Bildung und Fernsehen? Und m. E. fehlt es vor allem daran. Die Frage ist: Wieso sind einige Menschen trotz Fernsehen gebildet?